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Scientology entspricht auch dem Religionsbegriff, wie er derzeit aus funktionalistischer Perspektive definiert wird, indem sie ein System von Glaubenselementen darstellt, mittels dessen eine Gruppe von Menschen fundamentalen Problemen wie Ungerechtigkeit, Leid und der Suche nach dem Sinn des Lebens Bedeutung verleiht, und zwar in Kombination mit Praktiken, mit deren Hilfe solchen Problemen begegnet wird, um sie nach Möglichkeit zu überwinden. Wie die meisten Religionen nimmt Scientology für sich in Anspruch, das Geheimnis des Lebens enthüllt zu haben. Sie legt keine erklärtermaßen willkürliche Bedeutung für das menschliche Dasein vor, sondern behauptet, seine wahre Bedeutung entdeckt zu haben. Sie unterscheidet sich damit von humanistischen Perspektiven: Es werden von ihr keine Werte und ethischen Normen aufgestellt oder vorgeschlagen, um dem menschlichen Leben einen Sinn zu geben. Sie erhebt vielmehr den Anspruch, zu wissen, was der Mensch wirklich ist und worin der Sinn seines Lebens liegt. Gleichzeitig und obwohl sie ein Vokabular gebraucht, das dem der Wissenschaften ähnelt läßt sie sich von jenen eindeutig unterscheiden, da sie nicht ausschließlich auf eine funktionale Beschreibung von Vorgängen abzielt, keine Fragestellungen formuliert und auch keine Hypothesen zu ihrer etwaigen Widerlegung und Modifizierung anbietet. Sie erhebt vielmehr den Anspruch, die wahren Ursachen entdeckt zu haben, und erbietet sich, ihr Wissen mitzuteilen. Scientology entspricht somit den vergleichenden Definitionen des Religionsbegriffs, die ihre Abgrenzung von den humanistischen Perspektiven bestätigen.
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